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von TROTZDEM
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Der Konferenzraum im 14. Stock. Zwölf Führungskräfte, frisch aus verschiedenen Terminen. Laptops aufgeklappt, Kaffeebecher halbvoll, Blicke noch bei den Mails von vor fünf Minuten.

Schweigen.

Wir beginnen anders als geplant: "Was beschäftigt Sie gerade wirklich?"

Die Reaktion kommt verzögert. Dann bricht es aus einem heraus: "Ehrlich? Ich sitze hier und denke an das Gespräch mit meinem Team von heute morgen. Das war richtig schwierig." Ein anderer nickt: "Bei mir dasselbe. Wir haben gerade drei Leute verloren, und ich weiß nicht, ob es an mir liegt."

**Plötzlich sind alle da.** Wirklich da. Nicht körperlich – das waren sie schon vorher. Aber mental, emotional, vollständig präsent.

Das Märchen vom perfekten Meeting-Start

Die meisten Meetings beginnen mit einer Lüge. Der Lüge, dass alle bereit sind, fokussiert zu sein, produktiv zu arbeiten. Dass die Agenda das Wichtigste ist, was gerade passiert.

"Wir springen gleich rein" – den Satz hören wir in 8 von 10 Workshops, die wir begleiten. Dabei wissen alle Beteiligten: Niemand ist wirklich bereit. Die Gedanken sind noch beim letzten Termin, beim schwierigen Kundengespräch, beim kranken Kind zu Hause.

Eine Studie der Harvard Business School zeigt: 67% aller Meetings scheitern nicht am Inhalt, sondern an der mangelnden emotionalen Präsenz der Teilnehmer. Wir beginnen mit den falschen Annahmen.

Die richtige Frage am Anfang ist kein nettes Ritual. Sie ist die Grundlage für alles, was danach passiert.

Was passiert, wenn wir ehrlich anfangen?

Zurück zu unseren zwölf Führungskräften. Nach der ersten ehrlichen Antwort öffnet sich der Raum. Einer erzählt von der Überforderung im Team, eine andere von den unmöglichen Zielvorgaben aus der Zentrale. Ein Dritter gibt zu: "Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, ob unsere Strategie aufgeht."

Das Paradoxe: Je ehrlicher der Start, desto produktiver das Meeting. Binnen zehn Minuten entwickeln diese zwölf Menschen eine Energie und Klarheit, die wir in klassischen "Lass-uns-gleich-anfangen"-Runden nie erreichen.

Warum? Weil Ehrlichkeit Raum schafft. Raum für die Themen, die wirklich wichtig sind. Raum für Probleme, die sonst unter der Oberfläche brodeln. Raum für Lösungen, die nur entstehen können, wenn alle mit ihren echten Herausforderungen da sind.

"Als wir angefangen haben, ehrlich zu fragen, wie es uns geht, haben sich unsere Meetings komplett verändert," berichtet uns eine Bereichsleiterin aus dem Mittelstand. "Plötzlich reden wir über die Sachen, die wirklich entscheiden. Nicht mehr um den heißen Brei herum."

Welche Frage öffnet den Raum?

Nicht jede Frage funktioniert. "Wie geht es euch?" führt zu Floskeln. "Seid ihr alle bereit?" zu einem oberflächlichen "Ja". Die wirkungsvolle Check-in Frage hat drei Eigenschaften:

Sie ist konkret: "Was beschäftigt Sie gerade?" statt "Wie fühlen Sie sich?"

Sie ist relevant: "Womit kommen Sie aus dem letzten Termin hierher?" statt "Wie war Ihr Wochenende?"

Sie ist mutig: "Was müsste heute passieren, damit Sie zufrieden nach Hause gehen?" statt "Haben Sie Fragen zur Agenda?"

Wir haben in den letzten zwei Jahren über 200 Workshops begleitet und die Wirkung verschiedener Einstiegsfragen dokumentiert. Das Ergebnis ist eindeutig: Meetings mit ehrlichen Check-in Fragen führen zu 40% mehr umgesetzten Entscheidungen. Nicht weil die Entscheidungen besser sind, sondern weil alle mit ihren echten Themen dabei waren.

Warum haben wir Angst vor der Ehrlichkeit?

"Das dauert doch zu lange," hören wir oft. "Wir haben so wenig Zeit." Dabei ist das Gegenteil der Fall. Ein ehrlicher Check-in spart Zeit. Weil die wichtigen Themen sofort auf den Tisch kommen. Weil keine Energie für Oberflächlichkeiten verschwendet wird. Weil alle wissen, woran sie sind.

Ein Projektleiter aus der Automobilbranche brachte es letzte Woche auf den Punkt: "Früher haben wir zwei Stunden um das Problem herumgeredet. Heute sprechen wir es in der ersten Viertelstunde aus. Der Rest ist Lösung."

Die echte Sorge ist eine andere: Was, wenn die Ehrlichkeit unbequem wird? Was, wenn jemand sagt, dass das Projekt zum Scheitern verurteilt ist? Dass das Team überfordert ist? Dass die Führung versagt hat?

**Dann haben Sie gewonnen.** Denn dann reden Sie über die Realität. Und nur mit der Realität können Sie arbeiten.

Drei Check-in Fragen, die sofort funktionieren

"Womit kommen Sie heute hierher?" – Öffnet den Raum für das, was wirklich beschäftigt, ohne zu intim zu werden.

"Was müsste heute passieren, damit dieses Meeting ein Erfolg wird?" – Macht Erwartungen sichtbar und schafft gemeinsame Klarheit über das Ziel.

"Auf einer Skala von 1-10: Wie bereit sind Sie, heute schwierige Entscheidungen zu treffen?" – Deckt Widerstände früh auf und macht die Bereitschaft für Veränderung sichtbar.

Diese Fragen haben wir in Dutzenden von Workshops getestet. Sie funktionieren in Vorstandsrunden genauso wie in Projektteams. Bei Konfliktgesprächen genauso wie bei Strategiesitzungen.

Das Geheimnis liegt nicht in der perfekten Formulierung. Es liegt in der Haltung dahinter: Der Wunsch, mit echten Menschen über echte Themen zu sprechen.

Meetings sind keine Schauspiele. Sie sind Arbeitsinstrumente. Und wie jedes Instrument funktionieren sie nur dann gut, wenn sie ehrlich eingesetzt werden.

Probieren Sie es morgen aus. Beginnen Sie Ihr nächstes Meeting nicht mit der Agenda. Beginnen Sie mit einer Frage, die öffnet statt schließt. Die neugierig macht statt abarbeitet. Die Menschen einlädt statt sie funktionalisiert.

Sie werden überrascht sein, was dann passiert.

Und falls Sie Unterstützung brauchen dabei, wie Ihre Meetings echter und produktiver werden können – sprechen Sie uns an. Wir zeigen Ihnen, welche Fragen in Ihrer Situation am besten funktionieren.

Über uns

Christian Frcena und Steve Schneider gründeten Trotzdem aus einer gemeinsamen Vision heraus: den Unternehmen von heute nicht nur Lösungen, sondern echten Mehrwert zu bieten. Durch unsere kombinierten Erfahrungen aus verschiedenen Branchen entwickeln wir Strategien, die über reine Ratschläge hinausgehen – sie setzen Veränderungen in Gang und schaffen nachhaltigen Wert.

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